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„Ihr seid ein Geschenk des Himmels“ – #liebeserklärung / Predigt zum 2. Advent 2021

„Ich liebe dich“ – hat das heute schon jemand zu dir gesagt?
„Ich liebe dich“ – hast du das heute schon zu jemandem gesagt?

Drei Worte, die einen großen und bedeutenden Unterschied im Leben eines Menschen machen können.
Und die man sich selbst nicht sagen kann.

Herz, Karte, Pastelle, Bild, Valentinstag, Liebe

Menschen sind darauf angewiesen, geliebt zu werden.
Damit ist gar nicht bloß die romantische Liebe zwischen zwei Verliebten gemeint.
„Ich liebe dich“ kann auf ganz unterschiedliche Art und Weise gesagt werden.
Und vor allem auch gezeigt werden.

Bei kleinen Babys zeigt sich Liebe unter anderem in der Pflege.
Ein Baby vorsichtig, behutsam und zugewandt zu Baden zeigt ihm nicht nur, dass es gut umsorgt, sondern auch dass es geliebt wird.

Kinder können durch tief empfundene Dankbarkeit ihren Eltern gegenüber zum Ausdruck bringen, dass sie sie lieben.
Und manchmal zeigt ein Mann seine Liebe auch so…

Der Film „Tatsächlich… Liebe“, aus dem dieser Ausschnitt entnommen ist, zählt zu den beliebtesten Weihnachtsfilmen der vergangenen Jahre. Auf 135 Minuten geht es um Liebe in unterschiedlichen Spielarten und mannigfaltigen Facetten. Und mit allen Höhen und Tiefen. Wer den Film kennt und damit auch den Hintergrund der gezeigten Szene, weiß, wovon ich spreche. Allen anderen lege ich den Film wärmstens ans Herz.

Die Sehnsucht nach Liebe ist groß – das erklärt vielleicht auch das große und rege Interesse an diesem Film.
Gerade rund um Advent und Weihnachten.

Wer wünscht sich nicht, das Fest mit geliebten Menschen zu verbringen?
Wer möchte nicht, dass das Weihnachtsfest zum großen Fest der Liebe wird?
Und wird vielleicht regelmäßig enttäuscht?

Wer möchte nicht, dass die Liebe am Heiligen Abend im Mittelpunkt steht und das Herz erwärmt, wenn es draußen bitterkalt ist?
Wer möchte nicht, dass Liebe alles zum Strahlen bringt, wenn draußen dezemberdunkle Nacht herrscht?

Und dabei meine ich nicht eine kitschige Gefühlsduselei, an die vielleicht manche denken, wenn hier von Liebe die Rede ist.

Gerade zu Weihnachten sehnen sich Menschen nach Liebe!
Gerade zu Weihnachten möchten Menschen die Erfahrung machen:
da gibt es eine oder einen, der oder die zu mir aus vollem Herzen sagt: „Ich liebe dich“.
Wünscht man sich einen Menschen an seiner Seite, der einen sieht, wie man ist.

Der einen in seinem Wesen erkennt und anerkennt.
Der einem auf eine Art und Weise wahrnimmt, wie es sonst keiner tut.
Für den man einzigartig ist.
Unersetzlich.
Nicht austauschbar.

„Ich liebe dich“ – das passt ganz wunderbar in die Zeit des Advents und in die Zeit rund um Weihnachten.

Denn genau darum geht’s jetzt:
um eine Liebeserklärung.
Aber nicht von irgendwem!

Eine Liebeserklärung, die in Form eines Neugeborenen zu uns kommt.

„So ist Gottes Liebe bei uns sichtbar geworden:
Gott sandte seinen einzigen Sohn in die Welt,
damit wir durch ihn das wahre Leben bekommen.“ (1 Joh 4,9)

Jesus Christus, dessen Geburt wir in wenigen Wochen feiern, ist die große Liebeserklärung Gottes an uns.

Und so wie eine Liebeserklärung zwischen Menschen das Leben einer Person plötzlich und von Grund auf verändern und reicher machen kann, so verändert Gottes Liebeserklärung auch uns und macht unser Leben reicher.

Denn durch und in und mit Christus schenkt Gott uns nichts anderes als das wahre Leben.
Ein Leben in Gemeinschaft mit ihm.
Ein Leben, getragen und durchdrungen von der Liebe Gottes, von der uns nichts trennen kann.
Nicht der Tod und nicht das Leben.
Keine Engel und keine weltlichen Mächte.
Nichts Gegenwärtiges und nichts Zukünftiges und keine gottesfeindliche Kraft.
Nichts Über- oder Unterirdisches und auch nicht irgendetwas, das Gott geschaffen hat.
(Röm 8,38-39)

Dass Gott Mensch wird und als kleines, verletzliches und bedürftiges Baby in die Welt geboren wird, ist ein Zeichen seiner Liebe.
Gott sieht uns so, wie wir sind.
Er erkennt und anerkennt uns in unserem Wesen.
Keiner nimmt uns auf so eine Art und Weise wahr, wie Gott es tut.
Wir müssen uns nicht verstecken und nicht verstellen.
Für Gott sind wir einzigartig.
Unersetzlich.
Nicht austauschbar.

Denn Gott ist Liebe – schreibt Johannes.

Überall wo wir Liebe erfahren, da erfahren wir auch etwas von Gott, da spüren wir ihn, da ist er uns ganz nahe – und dabei spielt es gar keine Rolle, ob es uns bewusst ist oder nicht.
Überall, wo wir Liebe erfahren, da erfahren wir Gott.
Darum: wenn wir Liebe in die Welt tragen, dann tragen wir Gott zu den Menschen.

„Du bist ein Geschenk des Himmels.“

Das steht auf unseren diesjährigen Weihnachtskarten.
Wir schicken sie in den kommenden Tagen allen unseren Gemeindemitgliedern und senden damit den Menschen am Alsergrund und darüber hinaus diese Botschaft:
Ihr werdet geliebt.
Ihr seid wichtig.
Ihr werdet gesehen.
Ihr werdet gebraucht.
Ihr seid unersetzlich.
Ihr seid ein Geschenk des Himmels!

Wir schicken Liebe in die Welt und tragen damit Gott zu den Menschen.
Und wir stimmen damit ein in den vielfältigen Chor der Liebeserklärungen, die alle ihren Ursprung in Gott selbst haben.
Denn Gott ist Liebe.

Und wem schickst du im Advent eine Liebeserklärung?

Amen

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Von Stefan Janits

Evangelischer Theologe und Journalist. Ich schreibe hauptsächlich für evangelische Medien in Österreich über die Themen Religion und Gesellschaft.

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